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Deutsche sind fehlversichert

Nach Einschätzung von Verbraucherschützern sind erschreckend viele Zeitgenossen falsch bzw. nicht umfassend genug verschert. Zwar sei das Bedürfnis nach Versicherungsschutz hoch, auch die Zahl der abgeschlossenen Versicherungen üppig, doch häufig handele es sich nicht um die richtigen Versicherungen bzw. diese würden nicht sinnvoll gestaltet.

Dabei raten Experten, dass sich die Frage nach der Versicherung recht einfach beantworten lässt. Drei gehören zur Pflicht: Risiko-Lebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und Haftpflicht-Versicherung. Besonders letztere sorgt für hochgezogene Augenbrauen: Obwohl von Haftpflicht die Rede ist, kann von Pflicht keine Rede sein.

Haftpflicht

Denn rund ein Drittel aller Deutschen soll ohne eine derartige Pflichtversicherung ausgestattet sein, die im Falle von Schäden eingreift, die sonst aus dem Vermögen abgedeckt werden müssten. Dabei geht es natürlich nicht um Lappalien, die aus der Portokasse zu decken sind, sondern um existenzbedrohende Fälle.

Fehlt dann eine Versicherung, wird der Verursacher des Schadens ruiniert. Um sich halbwegs sicher zu schützen, sollte die Haftpflichtversicherung nicht weniger als zwei Millionen Euro an Deckungssumme aufweisen, besser sind es fünf Millionen Euro. Die höheren Beträge sind vergleichsweise gering, um sich wesentlich besser abzusichern.

Risiko-Lebensversicherung

Bei der Risiko-Lebensversicherung handelt es sich um eine immens wichtigen Schutz der Hinterbliebenen im Falle des Ablebens des Alleinverdieners. Es braucht wenig Phantasie, um sich vorzustellen, was das etwa für eine Familie mit Kindern zur Folge haben kann, wenn der Alleinverdiener stirbt.

Experten raten, dass Familien mit zwei Kindern eine Risiko-Lebensversicherung mit einer Todesfall-Summe von 300.000 Euro versehen sollten. Im Durchschnitt belaufen sich die Todesfallsummen auf 80.000 Euro. Allerdings gibt es wesentliche Faktoren, etwa das Alter der Kinder oder die Frage, wie schnell der Hinterbliebene zum Alleinverdiener aufsteigen kann.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Gefahr einer Berufsunfähigkeit wird nach Einschätzung von Experten von den Deutschen unterschätzt. Berufsunfähigkeit ist existenzgefährdend. Denn wer zum Beispiel mit Mitte 20 berufsunfähig wird, dem fehlen bis zur Rente Einnahmen von mehr als einer Million Euro, haben Spezialisten ausgerechnet.

Das ist dramatisch, dennoch für vier Fünftel der Arbeitnehmer kein Grund, sich mit dem Thema zu befassen. Anzuraten ist der möglichst frühe Abschluss einer BUZ, denn dann ist einerseits die Gesundheit noch in Ordnung und der Abschluss der Versicherung leicht, andererseits sind die Beiträge vergleichsweise niedrig.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte ohne eine so genannte abstrakte Verweisung auskommen, die einen Versicherten zwingen würde, in einem anderen Berufsfeld weiterzuarbeiten. Und die Versicherung sollte bis zum 67. Lebensjahr abgeschlossen werden, um die steigenden Risiken ab 50 aufzufangen.

Andere Versicherungen gelten als Beigabe

Viele weitere Versicherungen gelten unter Experten als Beigabe, an die erst nach Vollendung der grundlegenden Absicherung zu denken ist. Sinnvoll sind davon einige, doch welche, hängt von individuellen Lebenslagen ab. Das, so meinen Experten, gelte allerdings nicht für die drei genannten Versicherungen.