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Aktien: Kommen gute Kaufgelegenheiten?

Es ist erst gut einen Monat her, dass der Dax noch jenseits der 7.000 Punkte-Marke lag. Jetzt befindet sich der wichtigste deutsche Aktienindex eineinhalb Stockwerke tiefer: Von den Tiefs unterhalb der 5.000-Zähler-Marke hat sich der Index sacht erholt. Damit summieren sich der Verluste auf rund 1.600 Zähler, die mehr oder weniger innerhalb einiger Tage angefallen sind. Rund ein Fünftel des Wertes ist so vernichtet worden.

Während sich die Panik an den Börsen erst einmal verflüchtigt hat, stellt sich die Frage, ob vielleicht schon wieder Kaufkurse erreicht sind. Pauschal lässt sich so eine Frage nicht beantworten, zu unterschiedlich sind die einzelnen Branchen: Banken und Pharmaaktien lassen sich nicht über einen Kamm scheren, in der aktuellen Situation schon gar nicht. Bei Branchen wie z.B. den Versorgern geht es ohnehin um langfristige Strukturfragen, gleichfalls bei der Autoindustrie.

Wer also nach Aussagen über die Bewertung von Aktien auf dem aktuellen, deutlich verbilligten Niveau sucht, kommt am Ende doch nicht um Stockpicking herum. Was die Rahmenbedingungen anbelangt, herrscht düstere Stimmung. Viele wirtschaftliche Frühindikatoren funken Warnsignale, die Konjunktur in den USA und Europa geht demnach stürmischen Zeiten entgegen. Damit verschärft sich gleichzeitig das Schuldenproblem, das die USA und fast alle europäischen Staaten plagt.

Eine Rezession würde somit wahrscheinlicher, meinen manche Experten, denn Schuldenabbau bremst das Wachstum, das so schon schwach ist und in den roten Bereich abkippt. Die Unsicherheit ist: Wie viel von diesem trüben Szenario ist schon jetzt in den Kursen eingepreist? Die Aktien sind relativ billiger geworden, zugleich aber haben sich die Gewinnaussichten verdüstert. Manche Experten glauben, dass der Boden daher noch nicht erreicht und Abwarten keinesfalls verkehrt ist.

Falls noch eine panikartige Abwärtsbewegung folgen sollte, wäre der Zeitpunkt gekommen, sich zu engagieren. Allerdings nicht blindlings, sondern gezielt. Favorisiert werden Unternehmen mit einer stattlichen Dividendenpolitik, denn hier geht es nämlich nicht nur um den Aktienkurs, sondern auch die Dividendenrendite. Denn im Unterschied zu vielen Staaten haben sich diverse Unternehmen von ihren Schuldenbergen getrennt und bieten somit eine solide und auch hinsichtlich der Rendite passable Möglichkeit zu investieren.

Bei Staatsanleihen bekommt man derzeit vergleichsweise wenig – 2,2 Prozent bei Bundesanleihen, was die Inflationshöhe derzeit unterschreitet – oder aber geht mit steigendem Zins ein beträchtliches Risiko ein.